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Unser Grundverständnis

„Führen heißt, eine Welt zu gestalten,
der andere Menschen gerne angehören wollen.“
 
(Daniel F. Pinnow, 2002)

Die „systemische“ Sichtweise

Der Begriff „System“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet ein aus mehreren Einzelteilen zusammengesetztes Ganzes. „Das Ganze ist also mehr als die Summe seiner Teile“ (Aristoteles).

Losgelöst von der klassischen Systemtheorie bedeutet „systemisch“ zu denken, in Zusammenhängen zu denken. Es bedeutet zu Betrachten ohne zu werten. Und es bedeutet Fragen stellen und nicht fertige Antworten parat zu haben.

Der systemische Blick erweitert den Fokus von der Person oder dem Problem auf die gesamten Zusammenhänge und konzentriert sich weniger auf einzelne Größen als vielmehr darauf, was zwischen den Einzelnen Größen bzw. Akteuren geschieht. Durch gezieltes, systemisches Fragen und aufmerksames Zuhören und Beobachten kann man die innere Landkarte einer Person oder einer ganzen Organisation lesen. Denn die Lösung des Problems liegt in dem System selbst und kann nur durch dieses selbst gefunden werden. Der systemische Ansatz bietet also „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Systemische Führung

Die vier Interaktionsebenen der systemischen Führung - Daniel F. PinnowDominantes oder autoritäres Führen findet immer weniger statt. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass der Erfolg von Unternehmens- und Menschenführung nicht allein von Zielen, Strategien, Strukturen, Prozessen, Stellenbeschreibungen sowie der Beherrschung der Führungstools abhängt. Immaterielle Faktoren wie Wissen, Kompetenzen, Beziehungen, Gefühle oder Markenwerte sind mindestens genauso entscheidend, um im Geschäft zu bleiben.

Wie kann eine Führungskraft alle sachlichen und persönlichen Zusammenhänge optimal einbeziehen? Wie kann sie etwas bewirken und dabei sowohl Wertschätzung wie Wertschöpfung praktizieren? Wie kann sie ihre Ziele im Auge behalten und zugleich flexibel bleiben? Die Antwort auf die Herausforderungen und Entwicklungen des 21. Jahrhunderts ist die systemische Führung. Nur so behält eine Führungskraft alle wesentlichen Abhängigkeiten und Zusammenhänge im Blick. Denn: Eine Führungskraft muss sich selbst, andere, das Geschäft und das Umfeld führen können.

Führung spielt sich damit immer im Spannungsfeld der vier Pole bzw. Interaktionsebenen ab: der Persönlichkeit der Führungskraft (dem „ich“), den Mitarbeitern bzw. dem Team, der Organisation sowie der Umwelt. Diese vier Pole bilden den Rahmen für das Kunstwerk erfolgreicher Führung.

Sich selbst kennen bzw. Selbstführung

Zuerst einmal muss eine Führungskraft mit sich selbst in Einklang stehen, d.h. mit sich selbst "in Berührung sein" und daraus ein Selbst-Bewusstsein entwickeln. Auf Grundlage einer achtsamen Selbstwahrnehmung, von Selbstreflexion, Selbstkritik und Selbstkontrolle sowie eines authentischen Auftretens kann die Führungskraft im nächsten Schritt andere (Mitarbeiter, Kollegen, Vorgesetzte, Kunden, Partner etc.) und das relevante Gesamtsystem (Team, Unternehmen, Projekt etc.) "berühren“ und führen

Feedback spielt dabei als Methode eine tragende Rolle: Die Führungsperson muss im Stande sein, Rückmeldungen zum eigenen Verhalten einzuholen und damit umzugehen, d. h. sie muss offen für andere Ideen, Perspektiven und Standpunkte sein. Feedback ist damit kein einseitiger Prozess, der von der Führungskraft zu den Mitarbeitern läuft.

Die Mitarbeiter bzw sein Team führen

Systemisch zu führen bedeutet, individuell zu führen, einen eigenen, flexiblen Stil zu haben und diesen den Gegebenheiten, der Organisation und den Menschen, die man führt, anpassen zu können, statt nur schematisch mit standardisierten Tools zu arbeiten. Das setzt außerdem voraus, die Unbestimmtheit und Unsicherheit, die komplexen Systemen innewohnt, zu akzeptieren. Deshalb sind eine gute Intuition und ein gewisses Maß an Risikobereitschaft wichtige Wesenszüge von systemischen Führungskräften.

Neben den klassischen Anforderungen an eine Führungskraft, eine Orientierung für sein Unternehmen bzw. seine Mitarbeiter vorzugeben sowie die notwendigen und relevanten Entscheidungen zu treffen, damit das Unternehmens-, Bereichs- oder Team Ziel erreicht werden kann, sind es vorwiegend Aspekte der „persönlichen Haltung“, die die Grundlage der Systemischen Führung ausmachen:

Diese Werthaltungen sollte die Führungskraft vorleben, transparent machen und diskutieren. Nur ehrliches und konsequentes „Werte- und Beziehungsmanagement“ auf systemischer Grundlage ermöglicht es, die Mitarbeiterpotenziale voll auszuschöpfen und Demotivation zu vermeiden. Dazu muss die Führungskraft sich selbst kennen und – auch im Hinblick auf die eigene Biografie und Sozialisation – immer besser kennenlernen.

Die Organisation führen

Systemisch denkende Führungskräfte wissen, dass menschliche Handlungen und Entscheidungen unbewusst und emotional ablaufen und sich oft – wenn überhaupt – nur indirekt steuern lassen. Sie betrachten zugleich sachliche, zeitliche und soziale Verknüpfungen und unterscheiden zwischen Selbst- und Fremdbildern bzw. Einzel- und Gesamtbeobachtungen. Solche Führungskräfte müssen daher besonders gut mit Macht- und Einflussstrukturen, Gruppendynamiken, Gefühlen, Beziehungen, individuellen Bedürfnissen, organisatorischen Zwängen, Überzeugungen, Werten und Kulturen umgehen können, ohne klassische Managementaufgaben wie Zielsetzung, Delegieren oder Kontrolle zu vernachlässigen.

In der Umwelt führen

Eine Führungskraft trägt Verantwortung für die Auswirkungen ihres Handelns auf die Gesellschaft und die Umwelt und fördert nachhaltiges Handeln.

Kontakt

Akademie für systemische Führung

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