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Sich selbst führen - Die 1. Interaktionsebene in der systemischen Führung

Der systemische Ansatz betrachtet Führung als ganzheitliches Phänomen, richtet den Blick dabei aber zugleich gezielt auf eine Größe, die bei anderen Ansätzen ein blinder Fleck im Auge des Betrachters bleibt: die Führungskraft selbst. Denn sich und andere zu führen, beginnt mit Selbstreflexion, Selbstkritik, Selbstkontrolle, mit der Suche nach Wurzeln und Mustern der eigenen Denk- und Gefühlsstrukturen, nach persönlichen Glaubenssätzen und ihrer Aktualität. Die systemische Führungskraft ist intrinsisch motiviert und vertraut sich selbst. Nur wer sich selbst vertraut, dem vertrauen auch die anderen. Das Selbstbewusstsein beinhaltet hierbei nicht nur das Vertreten der eigenen Stärken, sondern auch das Stehen zu den eigenen Schwächen. Denn eine systemische Führungskraft weiß, dass sie fehlbar ist. Wer keine Fehler macht, lernt nichts dazu und kann sich nicht verbessern. Deshalb braucht eine erfolgreiche Organisation eine gelebte Fehlerkultur. Um diese zu etablieren, muss die Führung den positiven, konstruktiven Umgang mit Fehlern vorleben. Zudem ist die systemische Führungskraft dazu bereit sein, sich selbst weiterzuentwickeln, sich neues Wissen und neue Kompetenzen zu anzueignen und dabei mehr und mehr eine inspirierende, aber auch effektive Führungspersönlichkeit zu werden. 

Der Einklang mit den eigenen Fähigkeiten verbessert die Verbindung und die Kommunikation zu anderen Menschen, regt zum Lernen an und fördert und fordert die Lernfähigkeit und die Entwicklung der Individuen und des ganzen Systems. Und lernen ist lebenswichtig für jede Organisation. Management- Vordenker Peter Drucker hat stets betont, dass eine Führungskraft zu allererst sich selbst führen muss. Konsequente Selbstwahrnehmung zählt zu den wichtigsten Bausteinen des modernen Managements. Zudem muss die systemische Führungskraft in der Lage sein, anderen Menschen ihre Visionen zu vermitteln, sie zu begeistern für das gemeinsame Ziel und sie auf den Weg dahin mitzunehmen. 

Ein wichtiger Teil der systemischen Führung ist die Wahrnehmung und Beobachtung von bisher unauffälligen, schwer messbaren Vorgängen. Dazu zählt auch die Selbstwahrnehmung: Eine Person ist wie ein Eisberg: Das, was man oberhalb der (Wasser)Oberfläche sieht, ist nur der kleinere Teil des Ganzen. Der Großteil liegt im Verborgenen unterhalb der Oberfläche. Dort sind gewaltige und nicht zu unterschätzende Kräfte am Werk, die die Richtung des Eisbergs bestimmen. Sie wirken unbewusst, irrational und informell. Systemische Führung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskraft diese Phänomene zulässt, erkennt und beschreibt, denn sie sind „Konstrukte“ der subjektiv wahrgenommenen Realitäten. Im konstruktivistischen Sinn sind damit verbundene Probleme und Störungen zu begrüßen, denn sie initiieren Veränderung und Fortschritt. Sie „zwingen“ das System dazu, flexibel und lernfähig zu bleiben.